Forschungsvorhaben

Um die zentralen Fragestellungen im KiSOC zu bearbeiten, wurden innerhalb des Projektes zehn Doktorierendenstellen eingerichtet, zwei davon in einer speziellen Nachwuchsgruppe. Folgende Themen werden aktuell im Rahmen von individuellen Forschungsvorhaben untersucht:
 



Science Outreach zur Förderung der Gesundheitskompetenz

 

Gesundheit ist ein Thema, das in unserem Alltag, der Wissenschaft, Politik, Ökonomie und den Medien stets präsent ist. Health Literacy (Gesundheitskompetenz) wird damit in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts immer wichtiger. Wissenschaftskommunikation kann an dieser Stelle einen Beitrag leisten. Dabei fokussiert dieses Projekt auf Formate außerschulischen Lernens. Aktuelle Forschungsthemen wie z.B. neue Therapieformen zur Verhinderung von Antibiotika-Resistenzen werden für eine Lerneinheit aufbereitet. Erforscht wird, wie durch die Beschäftigung mit Gesundheitsforschung Wissenschaftsverständnis und Fachwissen vermittelt werden können und u.a. eine Veränderung von Einstellungen und Handlungsbereitschaft gegenüber der persönlichen Gesundheit bewirkt werden kann.

Betreuende:
Prof. Kerstin Kremer, Didaktik der Biologie, IPN
Prof. Hinrich Schulenburg, Evolutionsökologie und Genetik, CAU

 

Martina Kapitza 

 


 

Verständnis und Anwendung des Energiebegriffs in einer partizipativen Ausstellung

 

Energie ist ein zentraler Begriff im Schulunterricht, häufiges Thema der Wissenschaftskommunikation und in vielen Alltagssituationen relevant. Schulbasiertes Lernen reicht jedoch nicht immer aus, um Schülerinnen und Schüler zu Entscheidungsträgerinnen und -trägern außerhalb der Schule zu machen. Museen als informelle Lernorte können helfen, diese Lücke zwischen Wissen und Handeln schließen. 
Das Projekt untersucht innerhalb der Sonderausstellung energie.wenden, wie Vorwissen und Einstellungen zu Energie und Umwelt kognitive und motivationale Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern beeinflussen. Die zentrale Frage ist: Erhöht ein tiefergehendes Verständnis des Energiebegriffes die Fähigkeit der Lernenden, energiebezogene Entscheidungen zu treffen und an gesellschaftlichen Diskussionen teilzunehmen?

Betreuende:
Prof. Jeffrey Nordine, Didaktik der Physik, IPN
Prof. Doris Lewalter, Gymnasialpädagogik, Technische Universität München

 

Sarah Kellberg 

 


 

Kommunikationskompetenz von Nachwuchswissenschaftlern

 

Die verständliche Kommunikation aktueller Forschung ist für Lehrkräfte sowie junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von hoher Bedeutung. Das Projekt untersucht die Überzeugungen und Ansätze der Kommunikationskompetenz von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie deren Veränderungen durch die eigene Forschungsarbeit. Fokus der Untersuchung sind motivationale und kognitive Lernprozesse und -wirkungen der unterschiedlichen Kommunikatorinnen und Kommunikatoren auf Schülerinnen und Schüler. 

Betreuende:
Dr. Katrin Knickmeier, Kieler Forschungswerkstatt, IPN/CAU
Prof. Ilka Parchmann, Didaktik der Chemie, IPN
Prof. Martin Wahl, Benthosökologie, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung

 

Johanna Krüger 

 


  

Verständnis von mathematischen Darstellungen in wissenschaftlichen Ausstellungen

 

In den naturwissenschaftlichen Disziplinen wird die Mathematik oft als Mittel der Kommunikation genutzt. Auch in wissenschaftlichen Ausstellungen werden Inhalte häufig mithilfe von mathematischen Darstellungen wie Diagrammen, Größenvergleichen oder Prozentzahlen präsentiert. Die Rolle der Mathematik in wissenschaftlichen Ausstellungen soll daher in diesem Forschungsprojekt untersucht werden. Dabei stehen zwei Fragen im Fokus des Projekts: Welche mathematischen Kernkompetenzen sind notwendig, um die Inhalte wissenschaftlicher Ausstellungen verstehen zu können? Inwieweit kann sich eine Steigerung der mathematischen Kompetenzen positiv auf das Verständnis von Ausstellungsinhalten auswirken?

Betreuende:
Dr. Irene Neumann und Prof. Aiso Heinze, Didaktik der Mathematik, IPN
Prof. Olaf Köller, Erziehungswissenschaft, IPN
Prof. Sebastian Krastel, Marine Geophysik und Hydroakustik, CAU

 

Przemysław Michalik-Sobolewski 

 


 

Kommunikation von Agrobiodiversität durch Citizen Science

 

Da die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft (Agrobiodiversität) abnimmt, wird es immer wichtiger, komplexe Zusammenhänge zwischen ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit zu verstehen. Allerdings ist Agrobiodiversität in der Wissenschaftskommunikation bislang wenig präsent. Im Forschungsprojekt wird ein Citizen-Science-Projekt entwickelt, das Agrobiodiversitätsforschung greifbar macht und damit ein Verständnis für die komplexen Zusammenhänge vermittelt. Dabei wird untersucht, welche Wirkungen die Teilnahme an einem Citizen-Science-Projekt auf die Teilnehmer hat.

Betreuende:
Prof. Kerstin Kremer, Didaktik der Biologie, IPN
Prof. Tim Diekötter, Institut für Natur- und Ressourcenschutz - Abteilung Landschaftsökologie, CAU

 

Maria Peter 

 


 

Lernen mit Texten als Outreachmedien

 

Texte stellen trotz der Vielfalt neuer Medien nach wie vor das meist eingesetzte Format in der Kommunikation von Wissenschaft in die Öffentlichkeit sowie im Bildungsbereich dar. Ein bisher wenig beforschter Schnittpunkt beider Bereiche besteht in der Nutzung unterschiedlicher Textgenres für die Unterrichtsvorbereitung durch Lehrkräfte. Diese fungieren einerseits als Rezipienten entsprechender Texte, andererseits auch als Kommunikatoren bzw. Multiplikatoren im Rahmen ihrer Unterrichtsgestaltung.

Das Forschungsprojekt fokussiert daher die Nutzung von Schulbuchtexten, populärwissenschaftlichen Artikeln sowie deutsch- und englischsprachigen fachwissenschaftlichen Publikationen zur Nanotechnologie durch Lehramtsstudierende der Chemie. Untersucht werden unterschiedliche Herangehensweisen der Lehrenden im Kontext der Rezeption und Verwendung von Printtexten für Unterrichtsplanung und die sich daraus ergebenden Potentiale und Herausforderungen, die Texte aufgrund ihrer genrespezifischen Merkmale bieten.

Betreuende: 
Prof. Ilka Parchmann, Didaktik der Chemie, IPN
Prof. Carsten Könneker, Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsforschung, KIT Karlsruhe
Prof. Stefan Keller, Englischdidaktik und ihre Disziplinen, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Basel

 

Christine Sattelkau 

 


  

Wirkung immersiver Medien im Science Outreach 

 

Immersive Medien, also Medien in denen der Betrachter in das Szenario einer virtuellen Welt eintaucht, werden immer häufiger in der Wissenschaftskommunikation eingesetzt. Die lernförderliche Wirkung dieser Medien ist jeodch noch wenig untersucht. Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Potentiale immersiver Medien für die Vermittlung aktueller Forschungsthemen wie Nano- und Oberflächenwissenschaften zu analysieren. Erforscht wird der Einsatz von Medien wie Fulldome-Projektionen oder VR-Brillen im Vergleich zu klassischen Visualisierungen oder Realbeobachtungen. Der Fokus liegt dabei auf Lernprozessen und der Wirkung dieser Medien.

Betreuende:
Prof. Ilka Parchmann, Didaktik der Chemie, IPN
Prof. Rainer Adelung, Institut für Materialwissenschaft - Funktionale Nanomaterialien, CAU
Eduard Thomas, Zentrum für Kultur- und Wissenschaftskommunikation / Mediendom, Fachhochschule Kiel

 

Sara Siebert 

 


 

Wirksamkeit der schulischen Vor- und Nachbereitung von Schülerlaborbesuchen (KiSOC Nachwuchsgruppe)

 

MINT-Schülerlabore bieten als Outreach-Format die Möglichkeit, Naturwissenschaften erfahrbar zu machen. Dabei stehen das selbstständige Arbeiten mit verschiedenen Experimenten sowie der Kontakt mit naturwissenschaftlichen Akteuren im Vordergrund. Um hierdurch eine möglichst langfristige Wirkung erreichen zu können, ist unter anderem eine Verbindung schulischer und außerschulischer Lernorte von großer Bedeutung. In dem Forschungsprojekt wird labor- und themenübergreifend untersucht, ob durch eine obligatorische schulische Vor- und Nachbereitung eine langfristige Stabilisierung von Interesse, Motivation und des Selbstkonzepts von Lernenden erreicht werden kann und ob eine Entwicklung der beruflichen Präferenz im Rahmen der Naturwissenschaften stattfinden kann. Die Untersuchung wird mit Schülerinnen und Schülern der Gemeinschaftsschulen durchgeführt.

Betreuende: 
Dr. Stefan Schwarzer, Nachwuchsgruppenleiter, KiSOC
Prof. Ilka Parchmann, Didaktik der Chemie, IPN

 

Maria Weisermann 

 

 

 

Förderung

 

Die Förderung des KiSOC wird gemeinsam von der Leibniz-Gemeinschaft, dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein (MSGWG) getragen und läuft über eine Dauer von vier Jahren.